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EPTI2016

Die GPTI auf der Expo Real 2016

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Auf der 19. Expo Real, die vergangene Woche mit knapp 39.000 Teilnehmern in München stattfand, war selbstverständlich auch die German PropTech Initiative mit dem gesamten Vorstand, sowie einem Großteil der Mitglieder vertreten. Diese nutzen die Expo nicht nur, um bestehende Kunden und Partner zu treffen, sowie Gespräche mit potenziellen Neuen zu führen, sondern traten auch wieder an, die Wahrnehmung der Szene und der Themen rund um PropTech zu stärken.

Hervorzuheben sind in diesem Rahmen drei Veranstaltungen am Mittwoch, dem zweiten Expo Tag. Schon um 8:30 fand das Breakfast des Urban Land Institute zum Thema „Digitalisierung in der Immobilienwirtschaft – Quo Vadis?” statt, welches Alexander Ubach-Utermöhl, Vorsitzender der GPTI und Geschäftsführer des blackprint PropTech Booster, moderierte, und an dem mit Sven Hock, Gründer und Geschäftsführer von Service Partner One, gleich zwei Mitglieder der GPTI teilnahmen. Mit Andreas Langegger (Zoomsquare), Dr. Nicolai Wendland (21st Real Estate) und Erich Thurner (Mindtags) diskutierten Sie über die Auswirkungen von PropTech auf die Immobilienwirtschaft, und äußerten den Wunsch, dass die Zusammenarbeit von PropTechs mit den etablierten Playern der Branche noch ausgeweitet werden sollte. Sie betonten dabei, dass beide Seiten von solche Kooperationen profitieren würden.

Am Nachmittag fand dann das, vom Immobilien Manager organisierte, Panel „Proptech – Hype oder Game Changer?“ statt. Hier diskutierten mit Dr. Carsten Mohs (Gründer von timum), Carl-Friedrich von Stechow (Gründer von Zinsland), Nikolai Roth (Gründer von Maklaro) und Alexander Ubach-Utermöhl gleich 4 GPTI-Mitglieder mit Christoph Hardebusch (Chefredakteur des Immobilien Managers) darüber, wie wichtig PropTech aktuell für die Branche ist, und was die Branche von den „jungen Wilden“ noch erwarten kann und sollte. Grundsätzlich waren sich die Beteiligten einig, dass PropTech bisher viele Prozesse in der Branche effizienter macht, doch bisher keine der klassischen Geschäftsmodelle ersetzt. Dennoch könnten Unternehmen ins Hintertreffen geraten, wenn sie sich vor digitalen Neuerungen, und damit Effizienzsteigerungspotenzialen, verschließen. Denn in diesem Bereich haben die Startups aus der PropTech Welt oft die Nase vorn.

Obwohl der Tag für einen kleinen Teil der GPTI sehr früh begann, waren die Mitglieder auch am Abend aktiv. Dieses Mal trafen Sie sich im exklusiven Rahmen der Expo Real Party von Feldhoff & Cie im P1. Die GPTI war hier Partner, und hatte so die Möglichkeit, Mitglieder und ausgewählte Gäste einzuladen. Diese nutzen dort die Gelegenheit, sich untereinander auszutauschen, und gleichzeitig viele Persönlichkeiten der etablierten Branche kennenzulernen und sich zu vernetzen.

So wie auch die EXPO REAL eine sehr internationale Veranstaltung mit um die 30 % internationalen Gästen aus 77 Ländern ist, wird auch die GPTI ihr internationales Netzwerk künftig vergrößern. Zu diesem Zweck wird die European PropTech Initiative als Dachverband künftig die German, Austrian als auch die Swiss PropTech Initiative verbinden. Weitere Initiativen im Vereinigten Königreich sowie den Niederlanden sind in Vorbereitung. Damit folgt die GPTI auch dem Trend der EXPO, bei der die meisten internationalen Gäste aus UK, den Niederlanden, Österreich und der Schweiz kamen.

Jakob Schulz

Jakob Schulz

blackprint PropTech Booster

Proptech und Wohnungswirtschaft – ein „dickes Brett“?

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Schon die Begriffe Proptech und Wohnungswirtschaft scheinen nicht wirklich zusammen zu passen. Ebenso Smart Building und Wohnungswirtschaft oder Digitalisierung und Wohnungswirtschaft fühlen sich beim Sprechen schon nicht so richtig zusammengehörig an.

Selbst auf Veranstaltungen der Immobilienwirtschaft ernten wir häufig ein wenig Mitleid in den ersten Momenten eines Gespräches, weil wir Produkte und Dienstleistungen für die Wohnungswirtschaft entwickeln. Neue Technologien scheinen einfach schneller von Anbietern für Büro-, Industrie-, Logistik- oder Handelsflächen angenommen zu werden.

„Da haben Sie sich aber ein dickes Brett ausgesucht“ , „In der Wohnungswirtschaft herrscht bei der Digitalisierung doch noch Mittelalter“ oder „Da braucht man aber einen richtig langen Atem“ – hat so mancher Gegenüber gemutmaßt.

Zeitgleich schauen wir bei Produkt- und Unternehmensvorstellungen in glückliche Gesichter von Vorständen der Wohnungswirtschaft. Wie passen also beide Bilder zusammen?

Zur Beantwortung ein Zitat aus diesen Gesprächen: „Sie sind wirklich das einzige Unternehmen für Gebäudetechnologie, das verstanden hat wie die Wohnungswirtschaft tickt“. Zugegeben sind das häufig die berühmten 2,5 % Innovatoren, auf die wir treffen – aber auch der kritischste Gesprächspartner lässt sich sehr häufig im Laufe des Gespräches überzeugen.

 

Was möchte die Wohnungswirtschaft?

Wir haben uns nicht nur auf eigene langjährigen Erfahrungen als Vermieter und Verwalter verlassen, sondern sehr früh mit den ersten funktionierenden Prototypen im Gepäck die Wohnungswirtschaft gefragt: was können wir verbessern und wie sieht eine optimale Smart Building Lösung für sie aus?

Dabei wurde schnell das Verlangen nach einer systemischen Komplettlösung deutlich, die mehrere Funktionen wie Zugangssystem, Video-Gegensprechanlage, Wärmesteuerung, Verbrauchsfeedback und Verwalterkommunikation in einem Produkt verbindet. Die Wohnungswirtschaft profitiert so von einer Lösung, die speziell auf ihre Bedürfnisse und Anforderungen entwickelt wird und dabei individuelle Anwendungsfälle mit einschließt. Durch die direkte Kommunikation und die frühe Einbindung der Wohnungswirtschaft in die Produktentwicklung konnte ein auf Mehrfamilienhäuser spezialisierte Systemlösung realisiert werden, bei der Eigentümer, Verwalter und Bewohner sicher, einfach und rentabel Prozesse im Gebäude digitalisieren können.

 

Die Akteure: Eigentümer, Verwalter und Bewohner

Bei der Entwicklung von Technologie für die Wohnungswirtschaft ist es von wesentlicher Bedeutung, die unterschiedlichen Akteure der Wohnungswirtschaft zu beachten.

Mit einer systemischen Komplettlösung investiert der Eigentümer in eine zukunftssichere Gebäudeinfrastruktur und kann im Vergleich zu klassischen Einzellösungen die Bau- oder Sanierungskosten senken. Der Verwalter kann seine Verwaltungsprozesse digitalisieren und dadurch Verwaltungskosten reduzieren. Der Bewohner erhält ein Werkzeug, um Energiekosten zu verringern und zeitgleich Komfort und Sicherheit zu erhöhen.

Auf vielen Veranstaltungen besteht die Diskussion, ob man sich mit Smart Home nun im Investitions- oder im Konsumgütermarkt befindet. Wir sagen: beides! Die Wohnungswirtschaft investiert in eine zukunftssichere und flexible Basis-Ausstattung und der Bewohner wird über den Onlineshop der Zuhause Plattform die Wohnung mit eigenen Zusatzkomponenten individualisieren können.

 

Spannungsfelder der Wohnungswirtschaft

Neben der Komplexität der Anforderungen und Bedürfnisse und den verschiedenen Akteuren finden sich verschiedene Spannungsfelder, denen man sich in der Wohnungswirtschaft stellen muss. Als Vermieter soll ich einerseits bezahlbaren Wohnraum schaffen, diesen aber so energieeffizient wie möglich gestalten. Eine Lösung für dieses Spannungsfeld ist, mit IT am Nutzerverhalten ansetzen und automatisieren, statt dämmen.

Gleichzeitig kann die Flexibilität der IT dazu genutzt werden, der äußerst heterogene Gruppe der Mieter – von der Generation Y, die alles per App erledigt, bis zu Senioren, die altersgerecht im gewohnten Umfeld wohnen und gepflegt werden möchten – jedem etwas Passendes anzubieten.

Des Weiteren sind die  Nutzungszeiträume und Investitionsbetrachtungen in der Wohnungswirtschaft sehr langfristig angelegt, der Technologiefortschritt ist dagegen äußerst schnelllebig. Wir sehen hier die Anwendung der IP-Technologie im Gebäude als Lösung, die seit mehr als 30 Jahren das Rückgrat des heutigen Internets darstellt.

 

Das Gebäude wird erst durch digitalisierte Prozesse wirklich intelligent

Mit einer Systemlösung basierend auf IP-Technologie digitalisieren wir nicht nur das Gebäude selbst, sondern auch die Prozesse dahinter. Alles was sich rund um das Gebäude digitalisieren lässt, kann perspektivisch über das ZP-EcoSystem der Zuhause Plattform ermöglicht werden.  Anliegen und Zustandsmeldungen (z.B. „defekter Heizkörper im Badezimmer“) können standardisiert und digital durch die Bewohner erfasst werden. Aushänge über Einschränkungen  (z.B. „Arbeiten an Elektroleitungen: eingeschränkte Stromversorgung: von 8 bis 16 Uhr“) können innerhalb von wenigen Sekunden den Bewohnern digital zugänglich gemacht werden. Dienstleistern kann schnell und unkompliziert Zugang zum Haus gewährt und Messwerte von Wärmengen- und Wasserzählern sowie Heizkostenverteilern per Funk automatisch ausgelesen werden.


Fazit

Auch wenn die Wohnungswirtschaft als konservativ mit einem großen Nachholbedarf im Bereich Digitalisierung bezeichnet wird, kann sie sich dem laufenden technologischen Fortschritt und dem damit verbundenen Anspruch der verschiedenen Akteure in der Wohnungswirtschaft nicht vollständig entziehen. Eine direkte Zusammenarbeit zwischen der Wohnungswirtschaft und den Dienstleistern von Smart Home und Smart Building ist dabei ausschlaggebend für eine erfolgreiche Digitalisierung. Die zukünftigen Herausforderungen der Wohnungswirtschaft müssen dabei gemeinsam herausgearbeitet und durch intelligente und IT-basierte Systeme gelöst werden. Zusätzlich ist die Digitalisierung auch notwendig, um demografische Veränderungen und ökologische Anforderungen an städtische Gebäude der Zukunft zu entsprechen. Dabei ist es wichtig, die Digitalisierung der Wohnungswirtschaft nicht nur als Teilstrategie für einzelne Bereiche zu sehen sondern vielmehr eine Gesamtstrategie zu entwickeln. Dieses Ziel verfolgen wir mit unserer Zuhause Plattform und dem ZP-EcoSystem.

Jan Frederik Harksen

Jan Frederik Harksen

Gründer und Geschäftsführer ZP Zuhause Plattform GmbH

German PropTech Initiative wächst schnell und wird europäisch

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Die German PropTech Initiative (gpti), der Zusammenschluss der führenden PropTech Unternehmen der Immobilienwirtschaft in Deutschland, ist seit ihrer Gründung Ende Juni 2016 auf mittlerweile 18 Mitgliedsunternehmen angewachsen. Ziel ist es, Ende des Jahres auf 30 Mitglieder anzuwachsen.

Darüber hinaus wurden in Österreich die Austrian PropTech Initiative und in der Schweiz die Swiss Prop Tech Initiative erfolgreich gestartet. Zudem befindet sich die bpti – British PropTech Initiative in den Startlöchern. Ziel der Digitalunternehmer rund um Alexander Ubach-Utermöhl, Co-Founder der blackprintpartners GmbH und Vorsitzender der deutschen gpti, ist es, bis zur Mipim 2017 in Cannes eine paneuropäische Netzwerkplattform aller PropTechs aufzubauen. „Derzeit gibt es keinen strukturierten Austausch zwischen den PropTechs innerhalb Europas, was die einzelnen Wachstumspotenziale verringert. Unsere Initiative will PropTechs miteinander vernetzen und somit zu einer Stärkung der Branche beitragen“, so Alexander Ubach-Utermöhl.


Kurzdarstellung German PropTech Initiative e.V.

Die German PropTech Initiative (gpti) vernetzt die immobilienwirtschaftlichen Gründer digitaler Geschäftsmodelle im deutschsprachigen Raum. Ziel ist der intensive Austausch der Mitglieder untereinander und die gebündelte Darstellung der Aktivitäten der Mitgliedsunternehmen gegenüber den etablierten Akteuren der Immobilienwirtschaft sowie Investoren und Medien. Der Verein mit Sitz in Berlin hat derzeit 18 Mitgliedsunternehmen. Vorsitzender des Vereins ist Alexander Ubach-Utermöhl, Co-Founder und Geschäftsführer der blackprintpartners GmbH. Weitere Gründungsmitglieder sind Paul Indinger, Managing Director von building radar, Nicolas Jacobi, CEO von Immomio, Dr. Emilio Matthaei, CEO von LEVERTON, Stefan Zanetti, CEO von allthings sowie Carl-Friedrich v. Stechow, Mitbegründer von ZINSLAND.

PropTechs – was ist dran am Hype?

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“Die Revolution fällt aus”, schlussfolgert die Süddeutsche Zeitung in einem Artikel vom 30. August 2016 und greift dabei die großen Ankündigungen und siegessicheren Prognosen der deutschen Immobilien-Startup-Szene zu Beginn ihrer Entstehung auf. In der Tat haben sich einige von ihnen schon wieder zurückgezogen: Das Rocket Startup Vendomo, das lautstark prophezeite, dass es “in drei bis vier Jahren den klassischen Makler nicht mehr geben” wird, stellte Ende 2015 den Betrieb ein. Wer die Website Nachmieter.de aufruft, sieht derzeit nur die Ankündigung, dass demnächst ein neues Angebot verfügbar sei. Auch bei dem Startup smoove, das ein Auktionsmodell für Mietvorschläge einführen wollte, ist momentan niemand erreichbar, kritisiert die WELT im Artikel „Klicken statt kleben“ vom 04.09.2016.

 

Fällt die Revolution aus?

 

Doch sind dies wirklich Indizien für ein Scheitern der kompletten PropTech-Branche? Die jungen Startups sind tough und vielfältig in ihrem Angebot, genau wie der Immobilienmarkt selbst. Die Angebote richten sich an Mieter, Vermieter, Käufer und Verkäufer und reichen von digitalisierten Lösungen für die Immobilienvermarktung und -vermittlung bis hin zum “Ebay für Wohnungen” oder “Mieter-Tinder”. Etablierte Portale der Branche wie Immobilienscout24 und Immowelt sind als Insertionsplattformen überhaupt nicht mehr wegzudenken.

 

In Deutschland leben 36 Millionen Menschen in Mietwohnungen. Bereits heute fehlen in den 770.000 Wohnungen, während der Bedarf weiter wächst. Bis 2020 sollen jährlich 400.000 weitere Wohnungen fertiggestellt werden. Basierend auf dieser Prognose für den Wohnungsmarkt wird der Bedarf an effizienten Strategien und Lösungsansätzen steigen.

 

Große Vorbilder

 

Dass die digitalen Immobilien-Startups den Markt bereichern, beweisen erfolgreiche Beispiele aus dem Ausland. Weltweit wurden bereits 1,7 Milliarden Dollar in PropTechs investiert. Führendes Land ist dabei die USA gefolgt von Indien, China und Europa. In den USA gründeten sich zwischen 2006 und 2010 durchschnittlich 7,8 Real Estate Tech-Startups pro Jahr. Bis 2014 stieg die Zahl der Neugründungen auf 43 Firmen.

 

Das US-amerikanische Unternehmen nestio bietet Immobilieneigentümern eine Software für Vermarktungs- und Immobilienmanagement. In den Medien wird nestio bereits als Favorit für Investoren gehypt, die investieren, bevor die Unternehmen weiter wachsen.

 

Cozy unterstützt Vermieter nicht nur mit der Vermarktung und der Mietersuche, sondern auch mit einem Online-System für die Mietzahlungen. Seit 2012 ist das Unternehmen erfolgreich in allen Bundesstaaten der USA aktiv.

 

In seiner zweiten Investmentrunde erzielte Cozy mit American Family Ventures einen Deal von 8,5 Millionen Dollar. Auch ohne ein hohes Marketing Budget ist es dem Unternehmen gelungen, über 75.000 Immobilieneigentümer zu gewinnen, die 100.000 Objekte bei Cozy angelegt haben. Die neuen Mittel sollen insbesondere in den strategischen Ausbau des Unternehmens sowie des bestehenden Teams und die Produktentwicklung fließen.

 

Deutsches PropTech moovin startet Crowdfunding-Aufruf

 

Während in den USA und Großbritannien die Branche schon länger boomt, steckt der Markt in Deutschland vergleichsweise noch in den Kinderschuhen und birgt ein enormes Wachstumspotenzial.

 

Doch auch hierzulande sind die PropTechs auf Erfolgskurs. Das Startup moovin startete am 8. September 2016 einen Crowdfunding-Aufruf bei Seedmatch und knackte nach nur wenigen Tagen die Fundingschwelle von 100.000 Euro. Die Anerkennung der Idee durch die Crowd zeigt, dass innovative Lösungsansätze für die Immobilienvermarktung und -vermittlung geschätzt und benötigt werden.

 

Neben dem digitalen Vermarktungsservice mit automatisierter Insertion auf über 30 Immobilienportalen, Live-Bewerbereingang und Online-Terminkoordination integriert moovin sukzessive weitere hilfreiche Online-Services in das Produktportfolio und startete am 22. September die Beta-Testphase für den neuen Online-Mietvertrag.

 

Die Besonderheit am moovin-Vertrag ist, dass alle Angaben aus den zuvor erfolgten Vermarktungsschritten übernommen werden können. Durch die einzigartige AutoFill-Funktion müssen 70 % weniger Felder händisch ausgefüllt werden. Der Vertrag begründet bereits tausende Mietverhältnisse und wurde über Jahre von diversen Hausverwaltungen angewendet und immer weiter optimiert. Private Vermieter können so bei Mietverträgen erstmals auf das geballte Immobilien Know-How kompetenter Hausverwalter zurückgreifen – und das für nur 5,95 Euro pro Vertrag.

 

2015 flossen weltweit 2,57 Milliarden Dollar in das Immobilien Crowdfunding. Dass PropTech Unternehmen und Immobilieneigentümer die Schwarmfinanzierung als Mittel zur Ansprache potentieller Investoren nutzen, etabliert sich auch in Deutschland und Europa immer mehr – derzeit existieren 13 Plattformen für Immobilien Crowdfinancing, hierzu zählen u.a. Companisto und Exporo. Während man in Companisto eine klassische Crowdfunding Plattform für Startups findet, ist Exporo darauf ausgerichtet, Finanzierungen für Immobilienprojekte durch Crowdinvestoren sicherzustellen. Kleinanleger investieren in Neubauprojekte oder in die Refinanzierung einer Bestandsimmobilie. Das gesammelte Kapital fließt hier in kein Startup, sondern in Sachwerte und wird nach kurzen Laufzeiten zuzüglich Rendite zurückgezahlt.

 

Fazit

 

Im Immobilien Crowdfinancing ist nicht nur der wachsende Zuspruch von Kleinanlegern für Immobilien-Investments festzustellen, sondern auch das zunehmende Interesse der Bevölkerung an der Entwicklung des Wohnungsmarktes.

 

Die Situation auf dem deutschen Wohnungsmarkt verschärft sich dramatisch durch den Wohnungsmangel in Ballungsgebieten auf der einen Seite und dem steigenden Bedarf der Bevölkerung auf der anderen Seite. Nicht zuletzt hat die Einführung des Bestellerprinzips nicht nur zu einer finanziellen Entlastung beim Mieter, sondern zu einem finanziellen und zeitlichen Mehraufwand bei Immobilieneigentümern geführt, worunter auch die Mietinteressenten leiden.

 

Genau hier setzen die PropTechs an und bieten Lösungsansätze für alle beteiligten Parteien. Diesem Entwicklungsprozess, der von der PropTech-Branche maßgeblich mitgestaltet wird, wird sich der bisher konservativ geprägte Immobilienmarkt nicht entziehen können.

Tanja Schwarzrock

Tanja Schwarzrock

Marketing Managerin bei moovin

Wie wird die Digitalisierung der Immobilienbranche und die gleichzeitige Kommerzialisierung durch PropTech-Unternehmen diesen Wirtschaftszweig grundlegend verändern?

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Die Gene einer Branche bestimmen die Geschwindigkeit der Digitalisierung

Es ist bemerkenswert, dass unterschiedliche Branchen unterschiedlich schnell die Digitalisierung suchen oder bewerkstelligen. Je standardisierter das Produkt desto einfacher ist der Übergang von analoger zu digitaler Transaktion. Die Konsumgüter und die Reisebranche waren hier Vorreiter: Der Onlinehandel etablierte sich parallel zum stationären Verkauf und gewinnt immer noch mehr Marktanteile. Andere Branche wie die Pornoindustrie oder die Partnerschaftsvermittlung profitierten von der möglichen Anonymität im Internet und entwickelten sich rasant. Die analoge Partnerschaftsvermittlung verlagerte sich komplett auf andere Plattformen und wurde dynamisiert. Tinder ist noch längst nicht die Spitze des Eisbergs: Heute erst hab ich auf Facebook eine Anzeige für eine neue Vermittlungs-App mit Kinderwunschbutton gesehen. Man könnte sagen, jede Branche hat ihre eigene Genetik und damit festgelegte Dynamik für den Wandel.

 

Immobilien- und Finanzbranche treten mit hohen Startnummern weiter hinten an

Die Immobilien- aber auch die Finanzbranche sind, wenn es um ihre Digitalisierung und Kommerzialisierung in Form von PropTechs und FinTechs geht, relativ spät und sperrig. Man könnte sagen, sie haben hohe Startnummern erwischt. Ein profunder Wandel der Art des Wirtschaftens – hat bislang noch nicht stattgefunden. Vielmehr werden online und mobile Plattformen hauptsächlich als Marktplätze oder Netzwerkplattformen genutzt: Smava und immobilienscout24 sind hier prominente Beispiele für solche Marktplätze. Komplett online gehandelt werden die Produkte in der Regel aber nicht.

 

Ein Kreditvertrag wird nach wie vor per Fax oder Post unterschrieben und komplexe Finanzierungsgeschäfte verlangen nach wie vor persönliche Gespräche mit der Bank oder den Geldgebern. In Bezug auf die Immobilienbranche bedeutet das: Wer eine Mietwohnung sucht oder eine Eigentumswohnung kauft, wird sie sich eben nach wie vor selbst anschauen wollen. Nur in bestimmten Mietmarkt-Nischen funktioniert die Komplett-Online-Transaktion bis zur Schlüsselübergabe: möbliert und auf Zeit. Uniplaces wäre hier als Beispiel für möblierte Wohnungen für Studenten im Auslandssemester zu nennen – typische Bedarfslage trifft auf standardisiertes Angebot.

 

Eine Frage der Transaktionsdynamik

Im Vergleich dazu sind Kaufimmobilien nicht nicht nur High-Involvement-Produkte, sondern sogar High-High-Involvement-Produkte. Warum erschließt sich einem schnell: Wie viele Bücher kauft man alleine in der Weihnachtszeit? Wie viele Flüge bucht man pro Jahr? Aber wie viele Immobilien kauft der durchschnittliche Immobilienkunde in einem ganzen Leben? Dem Immobilienmarkt fehlt die Transaktionsdynamik, die andere Märkte in einem deutlich höheren Maße haben. Sogar der Finanzmarkt ist da bewegter: Es geht schließlich von der Geldanlage über Kreditanfragen bis zur Reiseversicherung um eine ziemliche Bandbreite an Produkten. Die größte Dynamik, die der Kaufimmobilienmarkt, der sich hier deutlich vom Mietimmobilienmarkt unterscheidet, überhaupt in die Digitalisierung trägt, ist  – nach Auswahl und Preistransparenz – die Suche nach Sicherheit.

 

Stichwort Vertrauen

„Sicherheit ist  – nach der Preistransparenz und Auswahl – das nächste wichtige Asset, wenn es um die Digitalisierung von Immobilienverkäufen geht. Sowohl für die B2B-Marktteilnehmer als auch für die Privatkäufer und Käufer. Reine Marktplätze und reine Netzwerke können das online nicht bieten. Im Gegensatz zur anonymen Partnerschaftssuche – bei welcher Anonymität als Asset gehandelt wird – muss das persönliche Kennenlernen, der tiefe Blick in die Augen, der Handschlag und der gemeinsame Termin beim Notar durch andere vertrauensbildende Maßnahmen ersetzt werden: bestehende bzw. beständige und vor allem dokumentierte Geschäftskontakte und eine nachprüfbare Transaktionshistorie sowie klar definierte Spielregeln und Ertrags-Verteilmodelle sowie eine plattforminterne Qualitätskontrolle.

Eben sehr komplexe Vorgänge, die sich nur digital abbilden lassen. Hier kommen sogenannte Market Networks ins Spiel. Als erster Anbieter eines Market Networks auf dem deutschen Markt, bieten wir mit realbest aber genau das: Eine Kombination aus einem Marktplatz und einem Netzwerk mit solchen zusätzlichen Sicherheits-Assets und damit eine sehr transparente und sehr sichere 360-Grad-Vernetzung aller Transaktionsbeteiligten. Hier ist im Moment die größte Dynamik bei der Digitalisierung des Immobilienmarktes zu finden – denn man darf nicht vergessen: In der Immobilienbranche geht es um die höchsten Summen. Wir gehen davon aus, dass unser Konzept aus diesem Grund nachhaltig ist.

Axel Winckler

Axel Winckler

Gründer und Geschäftsführer der realbest Germany GmbH

Fortschreitende Digitalisierung der Wohnungswirtschaft

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Über Potential und Aktualität von PropTech

 

Hohe Nachfrage – Geringe Kapazität  

Stellen Sie sich das Szenario vor, wie Sie nach der Veröffentlichung einiger Berliner Wohnungen auf einem Immobilienportal mit Bewerbungsunterlagen von durchschnittlich 93,4 Mietinteressenten pro Wohnung konfrontiert werden. Vergessen Sie bei all der Verwaltungsarbeit nicht, dass Sie parallel noch weitere Objekte betreuen und deren Vermittlung koordinieren müssen. Die Summe aller Interessenten kann auf bis zu 700 ansteigen, die eine Immobilienverwaltung innerhalb kürzester Zeit bewältigen muss. Die immense Interessentenzahl klingt für Außenstehende absurd, doch für viele Immobilienanbieter ist sie zur Realität geworden.

 

Faktoren der Urbanisierung

Für Verwaltungskräfte von Immobilienverwaltungen und -bestandshaltern gehört dieses Szenario nicht nur in Ballungszentren wie Hamburg, München, Stuttgart, Köln oder– wie zuvor erwähnt – Berlin zum alltäglich Arbeitsprogramm, sondern betrifft mittlerweile auch Universitätsstädte wie Tübingen, Freiburg oder Münster. Die hohe Nachfrage nach Wohnräumen resultiert unlängst nicht nur aus der Attraktivität des großstädtischen Immobilienmarkts, sondern wird durch aktuelle Ereignisse noch weiter verstärkt:

 

  • Einerseits durch die hohe Studentenquote, die gemessen vom Wintersemester 2002/2003 bis 2015/2016 von 1.939.233 auf 2.757.799 Immatrikulationen an deutschen Hochschulen gestiegen ist.
  • Andererseits durch die starke Migration von Flüchtlingen, dessen Höhepunkt Anfang 2015 die Zahl der Asylsuchenden auf 64.700 verzeichnet.

 

Was bedeutet das für den Anbieter?

Angesicht der geringen Kapazität an Neubauten und gefördertem Wohnungsbau bedingt der knappen Baufläche ist Wohnungsmangel die Folge, welche den problematischen Zustand der Wohnraumzuweisung für Immobilienanbieter charakterisiert. In Deutschland müssten bis 2020 nach Abschätzungen des Verbändebündnisses „Impulse für den Wohnungsbau“ mindestens 400.000 Wohnungen in Großstädten, Ballungszentren und Universitätsstädten pro Jahr gebaut werden –  speziell im bezahlbaren Immobiliensektor. „Das Jahr 2016 muss ein Wendejahr werden“, fordert Axel Gedaschko, Präsident des GdW.

Was geschieht parallel in den umliegenden Orten und den ruralen Gebieten? Ganz Recht: Ein Überangebot an Wohnungsflächen, welches speziell in strukturschwachen Kreisen und größtenteils in ostdeutschen Regionen zu bis zu 580.000 leerstehenden Wohnungen geführt hat.

Hinsichtlich dieser Diskrepanz zwischen Wohnungsknappheit und Leerständen, muss mehr denn je eine optimale Kommunikation und Kooperation Immobilienwirtschaftlicher Unternehmen gewährleistet werden.

Wie geht man vor?

 

Digitale Technologien zur Prozessoptimierung

Zweifelsohne bedarf es neuer Modelle, die Informations- und Kommunikationssysteme auf dem Feld der Immobilienwirtschaft vereinen sollen. Diese gilt es mit dem Potential des digitalen Wandels zu realisieren:

PropTech gewinnt seit einigen Jahren immer mehr an Relevanz für den Umgang mit verschiedenen Bereichen des Bau- und Immobiliengewerbes und etabliert sich zunehmend als innovative Prozessoptimierung. So wird durch den intelligenten Einsatz technologischer Hilfsmittel die innerbetriebliche Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit gesteigert oder auch die Qualität von Kundenbeziehungen erhöht. Zum Beispiel durch:

 

  • Uneingeschränkten Zugang zu verfügbaren Informationen
  • Vereinfachte Abläufe durch Digitalisierung
  • Zuverlässige Bewertungsplattformen für Interessenten und Anbieter
  • Kosteneinsparungen durch digitale Geschäftsabwicklungen

 

Viele Start-Ups haben das Potential von PropTech bereits erkannt und werden u. A. mit der Entwicklung von entsprechenden Software-Modellen zu einer effizienteren Bearbeitung und Verteilung der Wohnraumnachfrage beigetragen. Ein wichtiger Faktor wird dabei die Gewinnung und schnelle Bereitstellung von Informationen und Kennzahlen sein.

Immobilienanbieter werden zukünftig anhand der verfügbaren Informationen untereinander auf einfachem Weg kommunizieren, kooperieren und Prognosen optimal entgegenwirken können. Durch die intelligente Vernetzung von ERP-Systemen, können zukünftig unternehmensinterne Informationen zu Mietpreisen, Leerständen oder Fluktuationsraten als Entscheidungsgrundlage für effektive wohnungspolitische Maßnahmen genutzt werden. Dies wird entscheidend sein, um eine bessere Allokation der Wohnräume zu gewährleisten, so dass die Schere zwischen ländlichem Leerstand und urbanen Preissteigerungen nicht noch weiter auseinander geht.

 

Noch stehen wir, was die Digitalisierung der Immobilienbranche angeht, ganz am Anfang.

Aber eins steht fest: Die Dimensionen von Property Technology sind impulsgebend für weitere Innovationen auf dem Feld der Immobilienwirtschaft.

Nicolas Jacobi

Nicolas Jacobi

Gründer von Immomio

PropTech – Eine Einführung

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Die digitale Revolution macht auch vor der Bauindustrie nicht mehr halt. Wie in vielen anderen Bereichen des täglichen Lebens kann Technologie eine Bereicherung im Umgang mit Bauprojekten, Ausschreibungen und Immobilien darstellen. In diesem Artikel wollen wir die PropTech – die Property Technology – genauer vorstellen. Die PropTech Übersicht hier soll zum Verständnis beitragen, wie sich die neuen Technologien auf verschiedene Bereiche des Bau- und Immobiliengewerbes auswirken können. Viele der neuen Geschäftsideen zielen darauf ab bestehende Prozesse zu erleichtern oder gänzlich neue Möglichkeiten mit Daten zu interagieren. Im Zentrum stehen dabei die Nutzer, denen ein komfortabler Zugang zur Materie ermöglicht werden soll. So bietet beispielsweise das PropTech Unternehmen Building Radar eine denkbar einfache Möglichkeit sämtliche Kontakte in der Bauindustrie zu finden.

 

PropTech ist die Anwendung von Technologien, digitalen Technologien ganz besonders, in den Industrien Bau, Immobilien und Verwaltung. Es folgt den Benennungen von anderen Gebieten, wie FinTech, MedTech, oder EdTech. Allen einig ist, dass bisher ein großer Widerstand gegenüber den neuen Technologien bestand. Während FinTech in der Finanzwelt für eine bessere Transparenz der Finanzmärkte sorgen will, möchte MedTech zu einer besseren Gesundheitsvorsorge beitragen. EdTech unterstützt das Erwerben von Wissen mithilfe von Technologie. Allesamt sind dies interessante Felder in denen Technologie für sich genommen viel Sinn macht. Andererseits ist aber auch die konservative Einstellung zu verstehen. Auch in der Bauindustrie gibt es sehr gut eingespielte und sensible Prozesse. Eingriffe in diese haben oft weitreichende Folgen und können negative Konsequenzen haben. Doch mittlerweile ist der Fortschritt weit genug um mit großer Sicherheit die Vorgänge in den Industrien verbessern zu können. Der Lösung von Building Radar beispielsweise vertrauen bereits Größen wie Vitra, Viessmann, oder Hill-Rom.

 

Der Nutzen von PropTech

Viele der Anwendungen von PropTech bringen zusätzlichen Nutzen und Kosteneinsparungen für den Anwender. Unternehmen werden schnell feststellen durch gesteigerte Effizienz Kosten einsparen zu können. Somit können auch Ressourcen freigeschaffen werden um den Betrieb weiterzuentwickeln. Ein sauberer Umgang mit Daten, rasche Auffindbarkeit von Informationen und einfacher Datenaustausch zwischen Abteilungen und Betrieben klingen da schon wie Nebensächlichkeiten. Der Verwender der Lösungen, also meistens der Mitarbeiter, wird merken wie viel einfacher seine Arbeit plötzlich wird. Meistens kommen Lösungen der PropTech aus einem Metier mit modernem Design. Building Radar beispielsweise bietet eine schlanke Oberfläche die leicht zu navigieren ist. Der Mitarbeiter findet Daten damit schneller und hat mehr Zeit mit den Daten zu arbeiten. Das gibt dem Nutzer mehr Zeit für die wesentlichen Dinge seines Berufs. Auch hier bieten die Plattformen oft Möglichkeiten zur einfachen Kommunikation. Weniger Emails können die Folge sein. Letztlich hat sogar der Endnutzer einen Vorteil von PropTech. Diese können nun direkt mit Lieferanten interagieren und eventuelle Komplikationen sofort melden. Große Transparenz werden ebenso geschätzt. Da die Kunden von PropTech-Nutzer somit zufriedener sind als andere ist es wahrscheinlich, dass diese ihrer Firma loyal bleiben.

 

Die Nutzer von PropTech

Die Industrie von Bau und Immobilien ist so vielseitig wie interessant. Daher haben auch die Lösungen schier unbegrenzte Anwendungsfelder. In der Praxis wurden bereits viele Modelle implementiert. Spannend sind die Änderungen nicht nur wie bei Building Radar im Vertrieb, sondern auch für Makler, Projektleiter, Bauherren, Bewohner und Kapitalgeber. Das Modell Crowdfunding als eines von vielen vertauscht gar die klassischen Rollen. Insbesondere Kleinanleger haben hier die Möglichkeit auch ohne Investor den Bau einer Immobilie zu ermöglichen. Andere Geschäftsideen haben ähnlich visionäre Ambitionen. Eine Auswahl an Modellen wollen wir nachfolgend erörtern.

 

PropTech Übersicht

Immobilien Management:
Diese Technologien helfen in der Verwaltung von Objekten. Besonders in der Verwaltung von vermieteten Objekten können sie von Vorteil sein. Beispiele sind Mieter-Management, Verwaltung von Mietzahlungen, oder Kommunikationswerkzeuge.

Neubau Management:
Lösungen dieser Kategorie sollen direkt auf der Baustelle eingesetzt werden. Dort verfolgen sie das Ziel einer besseren Kommunikation unter den Verschiedenen Funktionen. In diese Kategorie fallen auch Produkte zur Visualisierung und Werkzeuge für das Projektmanagement.

Objektverwaltung:
In der Objektverwaltung soll dem Hausmeister die Arbeit erleichtert werden. Die Lösungen reichen von Bestandslisten über Verbrauchsanzeiger bis hin zu komplexen Management Tools, welche zahlreiche Aspekte eines Gebäudes Abdecken. Für größere Firmen gibt es auch Lösungen zur gleichzeitigen Verwaltung von mehreren Objekten.

Portfolioverwaltung:
Eine Überschneidung mit der bereits erläuterten FinTech hat der Bereich Portfolioverwaltung. Die Ideen sind überwiegend für Investoren interessant und beinhalten beispielsweise Werkzeuge zur Marktbeobachtung oder zur Bestimmung von Werten in der Bauindustrie. Auch andere Konzepte wie das Finanzieren durch Kleinkredite sind am Markt angekommen.

Heimdienstleistungen:
Einen besonderen Dienst für das Endkundengeschäft erweisen Heimdienstleistungen. Mieter und Eigentümer können mit Produkten aus dieser Kategorie ihr Eigenheim verwalten und direkt Leistungen erwerben. Oft sind dies Renovierungen, aber auch andere Modelle wurden schon gesehen.

Lang- und Kurzzeitvermietung:
Diese Produkte für Konsumenten und Anbieter von Unterkünften bieten einfache Möglichkeiten der Vertragsbildung. Plattformen dieser Kategorie reichen von dem Makler-artigen Vermieten von Objekten bis zur tageweisen Anmietung von Unterkünften. Die Möglichkeiten reichen gar hin bis zu Applikationen für Mobiltelefone.

Versicherungen:
Im Bau und Immobilien-Kontext werden zahlreiche Policen abgeschlossen. Unternehmen bewerben Versicherungen auf Hausrat, Gebäude, Wetterschäden und viele mehr. PropTech Unternehmen können hier zu einer größeren Transparenz und besser passender Versicherung beitragen.

Makler Werkzeuge:
In der Maklerarbeit können Technologien viele administrative Schritte automatisieren. So können sich Makler mehr auf ihre Objekte konzentrieren. Beispiele sind CTMs oder Plattformen zur Objektanalyse sowie Marketing-Tools.

Gebäudevermessung:
Vor etwa zehn Jahren ging eine Revolution der digitalen Karten über den Planeten. Mittlerweile werden auch die Innenräume von beispielsweise Einkaufszentren genau kartographiert. Diese Innenansichten können mit verschiedensten Technologien für verschiedenste Anwendungsfälle erstellt werden. Beispiele sind hier 3D Renderings und Plattformen zum Bearbeiten von Kartenmaterial.

Smart Home:
Besonders technikbegeisterte Bewohner und Endverbraucher sehen den Mehrwert in einem vernetzten Haus. Diese neu einsetzende Automatisierung verspricht Komfortzuwächse und Effizienzgewinne gleichermaßen. Beliebte Themen auf diesem Gebiet sind Sicherheitstechnik, Klimatisierung, Energie Management, oder intelligente Belichtung.

Vertragsverwaltung:
Zwischen den Firmen, die an dem Bau und der Einrichtung an Gebäuden beteiligt sind besteht oftmals eine große bürokratische Barriere. Mit der Vereinfachung der Abläufe beschäftigen sich neben Building Radar viele andere Firmen. Neben der klassischen Vertragsverwaltung sind auch das Finden von Verkaufsmöglichkeiten und Vertragsabschlüsse Gebiete mit großem Potential.

 

PropTech ist keine Modeerscheinung. Schon die einschlägigen Immobilienportale, welche seit Mitte der 2000er sehr erfolgreich mittlerweile einen großen Teil des Mietmarktes abdecken werden heute als PropTech gewertet. Diese etwas künstliche Klassifizierung sorgt immer wieder dafür, dass findige Unternehmer kreativer sind als die Ersteller von Rastern; diesem ausgenommen selbstverständlich. Ständig entstehen neue Unternehmen, die sich nicht so recht in obige Kategorien einordnen lassen wollen. Alle finden jedoch ein Zuhause bei der neu gegründeten German PropTech Initiative. Diese wurde von Vorreitern der Industrie gegründet und bildet ein Sammelbecken für Ideen zur Verbesserung in der Bau- und Immobilienindustrie.

 

Auch an aktuellen Zahlen sieht man den Erfolg des neuen Genres. blackprintpartners hat einmal nachgerechnet, demnach gibt es alleine in Deutschland schon über 130 Firmen im Bereich der PropTech (Stand: Juni 2016). Weltweit wurden bereits im Jahr 2015 insgesamt $1,7 Milliarden US Dollar in den Bereich PropTech investiert. Im Jahr zuvor waren es noch gut $300 Millionen US Dollar weniger. Spitzenreiter sind selbstverständlich die USA. Es ist am deutschen Markt hier ansässigen PropTech Unternehmen Vertrauen zu schenken um sich nicht von den Vereinigten Staaten abhängen zu lassen. PropTech hat das Potential die Bauindustrie kräftig zu verändern. Wer sich dieser Entwicklung zulange verschließt, dem kann es irgendwann so ergehen wie den einst prächtigen Schreibmaschinenherstellern zur Zeit des Heimcomputers.

Bastian Burger

Bastian Burger

VP Marketing von Building Radar

WHAT IS PROPTECH? A BRIEF HISTORY

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Technology’s potential to transform us is more apparent than ever before. Over the last several years, especially, we’ve watched it improve the quality of human lives and turn global industry upside down.

 

We’ve already seen widespread and well-publicized innovation in finance, health services, transportation and other sectors. But in the midst of these loud technological takeovers, the real estate industry has quietly been undergoing changes in its own right. This complex, multi-faceted and high-stakes industry is rapidly becoming one of the hottest for entrepreneurs and investors alike.

 

And so, the PropTech sector has been born. Short for Property Technology, the term now refers to the myriad of startups and new technologies cropping up in response to decades of inefficiencies and antiquated processes in the real estate industry. Its meaning describes technology and real estate coming together to propel the industry forward. PropTech is also referred to as CREtech (Commercial Real Estate Technology) or REtech (Real Estate Technology) in the United States.

 

The PropTech ecosystem is flourishing, thanks in large part to ample venture capital, community efforts in local tech hubs, and an increasing realization that we truly need innovation in the sector. But you may be wondering: when and where did it all begin, and where is it headed?

 

The First Generation of PropTech

One could argue that the sentiment behind PropTech began trickling in with the dawn of the internet age, when people began realizing technology’s potential to bring transparency and efficiency to real estate. However, the first generation of PropTech companies as we think of them now emerged in the early 2000s with property search/listing engines such as Rightmove in the UK and Trulia in the US – two companies which have spawned other successful, similar companies (i.e. Zoopla and Zillow) to replace traditional real estate agency models.

 

Property search was an obvious initial area for improvement. But now, it’s just the tip of the iceberg of problems PropTech is helping to solve. Over the past several years, startups around the world have shaped their PropTech business models to allow for great advancements, including:

  • Organizing, analyzing, and extracting key data from lengthy rental documents
  • Virtually walking through homes and apartments without leaving the couch
  • Finding a dream home match quicker than ever
  • Splitting rent amounts easily
  • Working from (and living in) shared office spaces
  • Managing properties using simple digital dashboards
  • Crowdfunding real estate projects

 

Is PropTech the Next FinTech?

Startup and technology headlines from 2015 boasted about the latest and greatest in FinTech. Is PropTech ready to experience a similar explosion in popularity? The trajectory of investment and buzz certainly suggests so.

 

Real estate tech startups around the globe raised $1.7 billion worth of investments in 2015 – that’s an 821% increase in funding compared to 2011′s total. And, as you might expect, 2016 is already on track to surpass funding totals from 2015.

 

Additionally, the launch of Europe’s first PropTech accelerator, Pi Labs, in London has proven to be a kickstart in innovation for the PropTech community. Pi Labs founders and investors envision it as the platform that will create the next Zoopla, the next Airbnb and the next Nest.

 

The Rise of PropTech Companies

PropTech has already produced a number of outstanding companies that have found success in recent years using a wide variety of technologies for practical applications.

 

Technological advancements in deep learning, AI and other big data technologies are driving significant innovation in all areas of the property sector. Turning big data into smart data is the primary vision of Nest, a company that is revolutionizing smart homes with adaptive and efficient thermostats, smoke alarms and security cameras of the future. Companies such as LEVERTON are utilizing deep learning to extract and manage key data from real estate documents. Urban Intelligence, a planning policy information service for property planners, gathers large amounts of data to identify risks and opportunities. Similarly, VTS and Hightower offer cloud-based lease dashboards that utilize market intelligence for reporting, monitoring, and approval.

 

Other advancements include crowdfunding technologies powering companies like Property Partner, which allows people to purchase small shares of rental property for as little as £50. And virtual reality, yet another area to note, is utilizing 3D imaging for property mapping and consumer property search. California-based immersive VR firm Matterport, for example, has just acquired London’s Virtual Walkthrough – a purchase that champions the latter’s 360-degree virtual tour technology.

 

Co-working and co-living spaces are also worth mentioning as potentially lucrative models of the future. Perhaps the best example is the now global franchise WeWork, which recently launched its first residential building – WeLive – on Wall St.

 

Coinciding with the growth of new, young PropTech startups are key developments coming from first generation players. The merger of Zillow and Trulia saw the joining of two powerhouse rival companies, and Zoopla’s investment in four bright PropTech startups showed its desire to bring more to the table as competition increases. The sector is proving itself overall to be nimble and intelligent in decision-making.

 

Challenges, Solutions and the Future of PropTech

Despite this growing success, PropTech still faces challenges as an industry that go beyond the problems companies are hoping to solve.

 

Legislation and politics, to an extent, dictate the spread of innovation. Although real estate technology visionaries would like to see smart homes and cities come into existence as quickly as the underlying technology is created, often they must first navigate legislation involving privacy and infrastructure, as well as juggle the vested interests of many different parties. Moreover, many young PropTech startups simply do not yet have access to the industry and associated data.

 

PropTech meetups and seminars aim to address these concerns by utilizing the greatest available tool: collaboration. In London, two recent events have been successful in drawing attention to both sides of the PropTech equation (newer startups and large real estate industry players). These events are Propteq Europe and FUTURE: Property Tech – both of which are expected to capture larger audiences, generate more buzz, and promote industry advancement over time. Additionally, the German PropTech Initiative (GPTI) was founded with the goal of fostering collaboration and innovation in the German PropTech community.

 

By bringing together founders, corporates, and government officials to exchange ideas, the momentum can only increase for this promising sector. The PropTech journey is still just at its beginning.

Emilio Matthaei

Emilio Matthaei

CEO at Leverton

Micha-Manuel Bues

Micha-Manuel Bues

Managing Director at Leverton

Warum Immobilienentwickler digitale Services bei ihren Projekten einplanen sollten

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Digitale Verwerfungen im Immobilienmarkt

Für Immobilienentwickler bieten sich durch die Digitalisierung der Immobilienbranche große Chancen für eine substantielle Erhöhung ihrer Projektrendite. Es sind dabei die Erwartungen von Käufern und Mietern, die die Digitalisierung vor allem antreiben. Der digitale Lebenstil mit dem Versprechen hoher Verfügbarkeit, schneller Kommunikation und direkter Einflussnahme soll auch zuhause und am Arbeitsplatz umgesetzt sein. So sagen 90% der Mieter und Wohnungseigentümer in Kundenbefragungen, dass eine Applikation zu ihrem Miet- bzw. Kaufobjekt erwünscht bis sehr erwünscht ist (Quelle: Mobiliar Lab für Analytik, ETH Zürich).

 

Sind Immobilienentwickler darauf eingestellt?

Immobilienunternehmen verstehen, dass digitale Lösungen sowohl aus Mehrwert-, als auch aus Effizienz- und Transparenzsicht das Potential mit sich bringen, die Branche fundamental zu verändern.  Projektentwickler, die naturgemäss am Anfang einer Immobilienentwicklung stehen, sind bestens aufgestellt diese Evolution hin zu digitalen Immobilien zu gestalten. So wie der Immobilienentwickler und Generalunternehmer Losinger Marazzi, der zur weltweit tätigen Bouygues Gruppe zählt. „Wir wollen, dass unsere Quartiere und Bürogebäude vernetzt, sozial ausgewogen und energieeffizient sind. Dabei helfen uns digitale Dienste ganz entscheidend. Wir setzen jetzt seit einem Jahr die digitale Plattform Allthings bei den meisten Neubauten und Renovationen ein“, sagt Benoît Demierre, Regionaldirektor und Mitglied der Geschäftsleitung von Losinger Marazzi AG.


Sechs Gründe, warum Projektentwickler profitieren

Für Projektentwickler macht der Einsatz einer digitalen Service-Plattform wie Allthings besonders viel Sinn, der Nutzen entsteht in diesen sechs Bereichen:

(1) Digitale Mehrwertdienste sorgen für ein besseres lokales Leben

Immobilienprojekte – ob Neubauten oder bei Umwidmungen oder Revitalisierungen – werden heute wie Markenprodukte professionell konzipiert und vermarktet. Mit digitalen Diensten ausgerüstete Liegenschaften machen diese Positionierung in der Betriebszeit durch zahlreiche kleine Dienste manifest: Marktplätze, Leihplätze, digitale Angebote von einliegenden Geschäften, digitale Dokumentation des Objektes etc. sorgen für ein besseres lokales Leben. Dass die Kunden und Bewohner das begrüßen und lebhaft unterstützen, zeigen einige Kennzahlen bei Allthings Implementierungen: bis zu 95% der Nutzer registrieren sich auf der App und nutzen diese im Schnitt jeden zweiten Tag, 80% davon greifen über mobile Endgeräte auf die digitalen Informationen zu ihrem Zuhause zu.

(2) Effiziente Erstmängelbehebung vermeidet Frust und Imageschäden

Ein digitales Service Center mit eingebautem Ticketing-System nimmt Vorfälle schnell und strukturiert auf und hilft in der schnellen, effizienten und qualitativ hochwertigen Bearbeitung, wodurch nachgelagerte Beschwerden vermieden werden und die Zufriedenheit steigt. Bei Losinger Marazzi werden über 90% der Reparatur-Anfragen auf digitalem Wege über die App erhalten und verarbeitet. Alle wurden sofort kategorisiert und entweder automatisch verarbeitet oder an die richtige Stelle weitergeleitet und gesteuert

(3) Transparente, geschützte Kommunikation für vertrauensvollen Umgang miteinander

Statt die lokale Community und Kommunikation in einer Liegenschaft fremden und kaum zu beeinflussenden Services wie WhatsApp oder Facebook zu überlassen, ermöglicht eine vom Immobilienentwickler schon beim Erstbezug bereitgestellte Plattform, die Kommunikation innerhalb der Immobilie nahe an sich heranzuziehen, in konstruktive Bahnen zu lenken und positiv zu gestalten. Bei einem von Losinger Marazzi ausgestatteten Gebäude wurden über 1500 User-Posts innerhalb weniger Monate gepostet. Diese geben direkte Hinweise auf das, was im Gebäude läuft und gegebenenfalls mit einfachen Maßnahmen verbessert werden kann, um den wahrgenommenen Wert des Gebäudes weiter zu steigern.

(4) Einstieg in die Smart Home Zukunft leichtgemacht

Das Smart Home ist seit vielen Jahren ein Thema und hat sich aber bei Immobilienentwicklern noch nicht flächendeckend durchgesetzt. Eine digitale Plattform mit offenen Schnittstellen ermöglicht einen einfachen Einstieg sofort und dann die schrittweise Integration von smarter Gebäudetechnik – ohne sich schon jetzt auf einen Standard festlegen zu müssen. Integrierte, smarte Lösungen werden bereits heute eingesetzt wie zum Beispiel die integrierten Buchungsfunktionen von Ressourcen wie Meetingräumen oder Gästewohnungen oder die Einbindung einer Smart-Parking-Lösung.

(5) Nachhaltigkeit und Ökozertifikate leichter und günstiger erhalten

Ökozertifizierung bei Neubauten und Renovationen haben nachweisbar einen positiven Einfluss auf Immobilienwert, erzielbare Mieteinnahmen und Kosteneinsparungen. Bei den wichtigsten Zertifizierungssystemen sind Kommunikationsmaßnahmen gegenüber Bewohnern und Benutzern entscheidende Kriterien bei der Qualifizierung. Je nach Ökozertifizierung können bis zu 20% der erreichbaren Punkte erreicht werden, wenn digitale Kanäle vorhanden sind um Gebäudenutzer systematisch über Nachhaltigkeitsthemen zu informieren und aufzuklären.

(6) Transparenz erhöhen über das Leben in Gebäuden

Alle Aktivitäten auf den Applikationen sind anonym auswertbar und zeigen das Geschehen in der Blackbox Immobilie. Nur wer als Immobilienentwickler volle Transparenz hat, kann die Erkenntnisse für zukünftige Projekte nutzen. So wurden über 600’000 Datenpunkte in einem Jahr in einem Gebäudekomplex mit etwas mehr als 500 Wohnungen erhoben und in Bezug auf beispielsweise die Reaktionszeit der Verwaltung, die Ausfallhäufigkeit der elektrischen Geräte verschiedener Hersteller oder Verbesserungsvorschläge von Nutzern ausgewertet.

 

Positive Auswirkung auf die Entwicklerrendite

Die digitale Transformation der Immobilienbranche ist noch am Anfang, gleichwohl beschleunigt sie sich exponentiell. Die Frage für alle Immobilienunternehmen und insbesondere für Entwickler ist nicht, ob sie betroffen sein werden, sondern wann und wie sie sich gegenüber den zu erwartenden Verwerfungen positionieren und diese als Chance für neue Ertragsmodelle annehmen. Digitale Service-Plattformen wie Allthings geben Immobilienentwicklern die Möglichkeit, schon von Beginn an eine erweiterte digitale Lebenswelt rund um ihre Immobilien aufzubauen und zu vermarkten – mit deutlich positiven Auswirkungen auf die Entwicklerrendite.

Dirk Dittrich

Dirk Dittrich

Sales Director Germany der qipp AG

Kontakt: dirk.dittrich@allthings.me

Kleinanlegerschutzgesetz – Ein Jahr Crowdfunding unter Regulierung

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                              Kleinanlegerschutzgesetz – Ein Jahr Crowdfunding unter Regulierung

 

Als das Kleinanlegerschutzgesetz vor etwas über einem Jahr eingeführt wurde, war das erklärte Ziel Kleinanleger vor riskanten Anlageprodukten schützen. Auslöser für die damaligen Diskussionen über den sogenannten grauen Kapitalmarkt (der keinen Regulierungen unterliegt) war die Insolvenz der Prokon Regenerative Energien GmbH, bei der tausende Anleger durch ein riskantes Genusschein-Modell ihre Investitionen verloren. Das Kleinanlegerschutzgesetz (kurz KASG) sollte in der Folge ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Verbraucherschutz und dem Zugang zu alternativen Anlageformen schaffen. Es beinhaltet, unter Anderem, eine Prospektpflicht ab 2,5 Mio. Euro Vermögensanlage (mit Sonderregelungen für Crowdinvesting), eine Begrenzung von Investitionen durch Privatleute auf 10.000 € pro Anlage und eine Selbstauskunftspflicht für Investitionen über 1.000 € (Vorraussetzung ist hier mehr als 100.000 € Vermögen oder eine Investition unter 2 Netto-Monatsgehältern). Kritiker sehen durch das KASG eine Entmündung der Kleinanleger, eine Vorverurteilung von Investitionsprojekten und vor allem kleine Unternehmen gefährdert. Carl von Stechow, Gründer von Zinsland, sieht im KASG jedoch eine sinvolle Maßnahme, die die Zahl und Höhe der Investitionen nicht negativ beeinflusst hat:

 

Ein Jahr Kleinanlegerschutzgesetz. Wie stehst du zu der Einführung?

 

Grundsätzlich begrüße ich die Regulierung, auch wenn sie weitergeht, als in anderen europäischen Ländern. Mit ZINSLAND agieren wir lieber in einer regulierten Welt. Wenn auch ein paar Details noch nicht optimal sind, so ist die Maßnahme für Anleger sinnvoll gewesen und bietet auch Unternehmen eine gute Möglichkeit neue Geschäftsmodelle zu testen, die eine Vollregulierung noch nicht schaffen würden.

 

Ist das Ziel Anleger durch das Gesetz besser zu schützen erreicht?

 

Ja, ich denke schon. Meines Erachtens ist der effektivste Kleinanlegerschutz aber die Online-Community. ZINSLAND kann sich gar nicht erlauben unseriös oder nicht im Sinne der Anleger zu agieren. Das würde sich im Netz wie ein Lauffeuer verbreiten und zu einem regelrechten Shitstorm mit ernsten wirtschaftlichen, wenn nicht sogar existenzbedrohenden, Konsequenzen führen. Weitaus schlimmer als jede BaFin Rüge.

 

Wie ist die Zusammenarbeit mit der BaFin im Täglichen?

 

Vor jedem Projekt stellen wir der BaFin unser projektspezifisches Verbraucher-Informationsblatt zur Verfügung. Entgegen der landläufigen Meinung haben wir sehr gute Erfahrungen mit den Mitarbeitern der BaFin gemacht, die uns wirklich sehr konstruktiv zur Seite stehen.

 

Du habst mit ZINSLAND ja auch vor Einführung des Kleinanlegerschutzgesetzes Immobilien-Crowdfundings durchgeführt. Hast Du im Vergleich auch negative Auswirkungen durch die Gesetzeseinführung bemerkt?

 

Entgegen erster Befürchtungen haben wir keinerlei Einbrüche bei den Privatinvestitionen verzeichnen können. Im Gegenteil wirkt sich die Regulierung augenscheinlich vertrauensbildend auf Privatanleger aus. Die Anzahl der Investoren, als auch die durchschnittlich investierte Summe je Investor, hat nach Einführung des Gesetzes überproportional zugenommen.

 

Wo siehst Du noch Verbesserungsbedarf?

 

Die vorgeschriebene Anlegerexploration ist ein wenig kompliziert und zu weit entfernt von der Realität. Hier würde ich mir für die Anleger eine Anpassung wünschen.

Carl-Friedrich von Stechow

Carl-Friedrich von Stechow

Gründer und Geschäftsführer von Zinsland